Möbel gehen selten im Transporter kaputt. Sie gehen in den zwanzig Minuten vor dem Beladen kaputt, wenn ein Regal geschleift statt zerlegt wird, und in den zwei Stunden nach der Ankunft, wenn aus dem Gedächtnis wieder aufgebaut wird und drei Schrauben übrig bleiben. Möbel gut umzuziehen ist vor allem eine Dokumentationsübung, und die folgenden Gewohnheiten kosten weniger Zeit als eine einzige Fahrt zum Baumarkt wegen Ersatzteilen.
Bevor die erste Schraube herauskommt
Das aufgebaute Möbel von vorn und von beiden Seiten fotografieren, dann jedes Detail, an dem man später zweifeln wird: welches Board auf welcher Höhe saß, wo das Box-Modul war, wie die Wandbefestigung läuft. Handyfotos sind die günstigste Versicherung des ganzen Umzugs. Danach das Regal vollständig leeren, denn Möbel mit Inhalt zu tragen ist der Weg, auf dem Böden sich verziehen und Rücken sich verheben. Anschließend die Boards einmal abwischen, solange sie zugänglich sind; eine bessere Gelegenheit kommt nicht.
Dann in umgekehrter Aufbaureihenfolge zerlegen und dabei beschriften. Das System, das den Kontakt mit der Realität überlebt: ein Gefrierbeutel pro Montageschritt, mit Kreppband beschriftet – welche Schrauben, welcher Schritt, welches Teil. Die Beutel in einen Karton kleben, der im Auto mitfährt, nicht im Transporter. Alles Paarige wird als Paar markiert, denn gleich aussehende Links- und Rechtsteile sind der klassische Zeitfresser beim Wiederaufbau.
Zum Inhalt selbst eine Zahl, die jede Umzugsplanung verändert: Bücher gehören in kleine Kartons. Ein Standard-Bücherkarton fasst rund 30 Kilogramm, und genau deshalb gibt es ihn – der große Umzugskarton voller Bücher wiegt das Doppelte und trägt sich zu zweit schlecht durchs Treppenhaus. Platten gelten gleich doppelt: kleine Kisten, hochkant gepackt, nie flach gestapelt.

Holz so packen, dass es als Holz ankommt
Boards reisen hochkant, wie Schallplatten, nie als flacher Stapel mit Beschlägen zwischen den Lagen. Kanten und Ecken nehmen fast alle Transportschäden, also bekommen Ecken Kartonwinkel oder eine gefaltete Decke, und zwischen die Boards kommen Decken oder Wellpappe, damit Fläche nie auf Fläche reibt. Kleinteile reisen nie lose auf geölten Flächen – eine einzelne Unterlegscheibe, die zweihundert Kilometer über ein Board wandert, hinterlässt eine Spur, die den Umzug überdauert. Metallteile, bei uns die Aluminiumpfosten, werden gebündelt und separat eingeschlagen, damit sie nicht am Holz scheuern.
Im Transporter: Schweres und Flaches nach unten, Boards hochkant an die Bordwand, verzurrt, damit nichts wandert. Die Spannung moderat lassen – ein hart gekurbelter Spanngurt über einer ungeschützten Kante richtet genau den Schaden an, den er verhindern soll.


